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Zwischen Harz und Handarbeit - die stille Arbeit hinter dem Maibaum

Wenn der Frühling richtig Fahrt aufnimmt, dann dauert es nicht mehr lange, bis sich alles um eine ganz besondere Tradition dreht: den Maibaum. Jahr für Jahr schmückt er pünktlich zum 1. Mai unseren Dorfplatz – und wer einmal dabei war, weiß, dass dahinter weit mehr steckt als ein bisschen Grün und ein paar bunte Bänder.


Das Aufstellen eines Maibaums hat tiefe Wurzeln in alten Frühlings- und Gemeinschaftsbräuchen. Im Kern geht es um den Wechsel der Jahreszeit, das Miteinander im Dorf – und auch um ein kleines bisschen Stolz. Ursprünglich galt der Maibaum als Symbol für neues Leben: Nach dem langen Winter zeigt er, dass nun die fruchtbare Zeit beginnt. Sein frisches Grün steht für Wachstum, Hoffnung und einen guten Start in die warme Jahreszeit – für viele ist er so etwas wie ein Lebensbaum, der Glück und Segen bringen soll.


Wenn das Dorf zusammenkommt

Am Abend des 30. April ist es wieder so weit: Die Freiwillige Feuerwehr Kagel rückt an, um den Maibaum aufzustellen. Ein Schauspiel, das sich viele Kageler und Gäste nicht entgehen lassen. Jeder Handgriff sitzt, jeder Schritt folgt einer eingespielten Routine.


Über die Jahre haben sich die Kameraden ein ordentliches Maß an Erfahrung angeeignet – für die Zuschauer bleibt es trotzdem jedes Mal spannend, ob wirklich alles reibungslos klappt. Und wenn der stämmige Pfahl schließlich langsam in die Senkrechte gebracht wird und am Ende fest im Boden des Dorfplatzes einrastet, geht ein spürbares Aufatmen durch die Menge.


Die Krone macht den Baum

Doch so beeindruckend das Aufstellen selbst ist: Die eigentliche Arbeit beginnt schon viel früher. Denn was wäre ein Maibaum ohne seine Krone? Genau hier wird es spannend.


Früher lag diese Aufgabe in den geschickten Händen des Kreativ-Zirkels Kagel. Doch wie so oft im Dorfleben hat sich die Zeit bemerkbar gemacht: Die alten Meister sind weniger geworden oder können die körperlich fordernde Arbeit nicht mehr stemmen. Also musste Nachwuchs ran – und der hat sich gefunden.


Zwischen Ehrenamt, Harz und Handarbeit

Die Grundlage für die Krone stammt von unserem ortsansässigen Holzbauer und Zimmermann Andreas Bohne. Er fertigte einst ein massives Holzgestell, das auf den ersten Blick an ein großes Wagenrad erinnert. Unten noch recht bodenständig wirkend, hängt es später an massiven Ketten hoch oben am Baum.


Am gestrigen Nachmittag trafen sich Inken Krüger, Cordula und Hannah Keslau sowie Marco Schade, um genau dieses Gestell mit Leben zu füllen. Mit Tanne und Kiefer – organisiert von Bernd Lupe – wurde gebunden, gesteckt und geschmückt, was das Zeug hält.


Eines ist sicher: Maibaumknüpfen ist nichts für zarte Hände. Harz klebt, Zweige pieksen, kleine Kratzer und Blessuren gehören einfach dazu. Aber genau das macht den Charme aus. Hier entsteht etwas mit den eigenen Händen – und das alles ehrenamtlich, ganz ohne Uniform und ohne großes Aufheben, einfach so, als Kageler.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Am Ende steht sie da: eine kräftige, sattgrüne Maikrone, geschmückt mit bunten Bändern und bereit für ihren großen Auftritt. Ein Werk, das mit viel Geduld, Fingerfertigkeit und einer großen Portion Spaß entstanden ist – und einmal mehr zeigt, wie lebendig und unbezahlbar unsere Dorftraditionen sind.


Einladung zum Tanz in den Mai

Wer die fertige Maikrone bestaunen möchte, ist herzlich eingeladen:

Am 30. April ab 18 Uhr lädt der Ortsbeirat Kagel auf den Dorfplatz ein. Mit Imbiss, Getränken und Musik von Uwe Schädler/DJ Fun wird gemeinsam in den Mai getanzt!







 
 
 

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Kontakt

Heimatverein Kagel e. V.

Alte Schule Kagel

Gerhart-Hauptmann-Straße 25

15537 Grünheide

Ortsbeirat Kagel

Bürgerhaus

Schulstraße 5

15537 Grünheide

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