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Mehr als nur eine Bildungsfahrt – Unser Ausflug zum Schloss Hubertushöhe

Aktualisiert: 12. Mai

Die erste Bildungsfahrt unseres Heimatvereins im Jahr 2026 führte uns an einen Ort, der uns nachhaltig beeindruckt und tief bewegt hat: das geschichtsträchtige Schloss Hubertushöhe bei Storkow – ein Ort voller Atmosphäre, Erinnerungen und gelebter Geschichte.


Nur einen Katzensprung hinter Storkow, eingebettet in die idyllische Landschaft zwischen Storkow und Wendisch Rietz, liegt das beeindruckende Anwesen am Großen Storkower See – ein Ort, der allemal eine Reise wert ist.


Auch wenn das Gelände heute nicht vollständig öffentlich zugänglich ist, lohnt es sich umso mehr, im Rahmen einer Führung in die bewegte Vergangenheit dieses außergewöhnlichen Schlosses einzutauchen und seine Geschichten hautnah zu erleben.


Schon während der Anreise war die Vorfreude groß – und am Ende des Tages waren wir uns alle einig: Dieser Ausflug wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.


Empfangen wurden wir von einer ganz besonderen Persönlichkeit: Holger Ackermann, einem der bekanntesten Bienenzüchter Brandenburgs und Sprecher des Landesverbands Brandenburgischer Imker. Mit seiner sympathischen Art, seinem beeindruckenden Wissen und großer Leidenschaft für die Heimatkultur führte er uns lebendig und eindrucksvoll durch die bewegte Geschichte des Bauwerks. Seine Erzählungen erweckten den Ort für uns zum Leben und sorgten dafür, dass wir uns nicht nur als Besucher fühlten, sondern als Teil einer Geschichte, die bis heute nachwirkt.


Das Jagdschloss entstand in den Jahren 1899 bis 1900 für den Berliner Verleger und Druckereibesitzer Georg Büxenstein – und das in gerade einmal elf Monaten Bauzeit - erstaunlich! Büxensteins Druckerei stellte unter anderem Geldscheine für die Reichsbank her. Nun ja, so entstand in Windeseile ein repräsentatives Jagd- und Landhaus, das mit seiner Mischung aus Neugotik und Schweizerstil wirkt, als wäre die Zeit dort stehen geblieben.


Sehr beeindruckend waren die mächtigen Bronzewölfe am Eingang sowie die zahlreichen Geschichten rund um Kaiser Wilhelm II., der mehrfach in Hubertushöhe zu Gast gewesen sein soll. Für seine Besuche erhielt der Ort sogar einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Schloss einst hatte. Der Kaiser schätzte die Ruhe und Exklusivität des Anwesens sehr. Überliefert ist zudem die Anekdote, dass er auf der Durchreise durch Storkow häufig die Vorhänge seines Zugabteils geschlossen halten ließ – angeblich aus Verachtung nach einem Attentatsversuch auf seine Person. Solche Geschichten verleihen Hubertushöhe bis heute eine besondere Aura zwischen Geschichte, Mythos und Erinnerung.


Doch wie viele historische Orte erlebte auch dieses Schloss zahlreiche Brüche: Einst Jagdschloss, Lazarett im Krieg und später Ingenieurschule für Binnenfischerei in der DDR.

Nach der Wende wurde das Areal aufwendig restauriert und einige Jahre als Luxushotel genutzt. Persönlichkeiten wie Jacques Chirac, Angela Merkel und Gerhard Schröder waren hier zu Gast. In der Küche arbeiteten Spitzenköche wie Marco Müller und Torsten Voigt.


Heute halten die Brüder Harald und Rainer Opolka das Schloss mit viel Herzblut am Leben – mit Hochzeiten, Kulturveranstaltungen, Events und Filmproduktionen. Kein geschniegelt-glatter Hochglanzort, sondern ein Platz mit Charakter und Seele.


Und vielleicht hat uns dieser Ort gerade deshalb so tief bewegt, weil seine Geschichte uns an unsere eigene erinnert. Wir wurden ein wenig wehmütig bei dem Gedanken, dass unser eigenes Jagdschloss einst dem Krieg zum Opfer fiel. Wer weiß, welchen Schatz wir heute noch in unserer Heimat hätten.


Umso dankbarer sind wir dem Bauernschloss e. V., der die Überbleibsel unseres Schlosses mit so viel Liebe, Hingabe und Behutsamkeit bewahrt und am Leben erhält. Irgendwie eine ähnliche Geschichte wie unsere – und vielleicht hat uns Hubertushöhe genau deshalb komplett abgeholt.


Natürlich durfte neben den imposanten Eindrücken auch das gemütliche Beisammensein nicht fehlen. Nach leckerem Essen in der angrenzenden Fischerkate und einer ordentlichen Mai-Husche machten wir uns wieder auf den Heimweg Richtung Kagel.


Ein großes Dankeschön gilt dabei dem Reiseunternehmen Fincke Reisen. Der Chef persönlich brachte uns nicht nur sicher hin, sondern manövrierte den Bus auf der Rückfahrt haarscharf und mit viel Können durch die üppige Vegetation – eine (witterungsbedingte Sonder)Fahrt, die uns sicherlich ebenso in Erinnerung bleiben wird wie der Ausflug selbst.


Wir hatten einen wunderschönen gemeinsamen Tag, viele gute Gespräche und zahlreiche Eindrücke, die noch lange nachhallen werden.


Danke auch an Sigrid Pfeffer und Lisa Turowski vom Heimatverein für die gelungene Organisation und die schöne Gestaltung unseres Tages!


Herzliche (und etwas wehmütige) Grüße

Euer Heimatverein Kagel 💛



 
 
 

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